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Optiken

Inhalt
1. Grundlagen 6. Objektivtypen
2. Die Lichtstärke bzw. Blende 7. Festbrennweite oder Zoom?
3. Der Bildwinkel 8. Objektivtypen im Detail
4. Der T2-Anschluss 9. Spektive
5. Kameraobjektive 10. Teleskope (Einführung)

Alle Arten von handelsüblichen Kameraobjektiven können für die Astrofotografie verwendet werden. Häufig sind große astronomische Teleskope für bestimmte Anwendungen nicht verwendbar. Ein Beispiel ist die Fotografie von Meteoren, für die man einen möglichst großen Bildwinkel benötigt, der nur mit kurzbrennweitigen Kameraobjektiven realisierbar ist. Foto-Objektive und Teleskope ergänzen sich gegenseitig. Der Satz "Jedes Fernrohr hat seinen Himmel." gilt auch für Kameraobjektive.

Dieser Artikel behandelt zunächst die theoretischen Grundlagen über fotografische Optiken und danach die Objektive im Detail. Abschließend werden die Spektive als Bindeglied zwischen Teleobjektiv und Teleskop erklärt und eine kurze Einführung in Teleskope gegeben.

Anmerkung: Da astronomische Teleskope prinzipiell wie Objektive arbeiten, spreche ich in diesem Artikel nur von "Objektiven", wenn die behandelten Aspekte Teleskope und Kameraobjektive gleichermaßen betreffen.

1. Grundlagen

Hier werden die technischen Grundlagen und Fachbegriffe erklärt, die für Kameraobjektive, Spektive und Teleskope gleichermaßen gelten.

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Die Lichtstärke bzw. Blende

Die Lichtstärke, auch Blende und Öffnungsverhältnis genannt, gibt das Verhältnis der Öffnung zur Brennweite an: Ein Gerät mit 100 Millimeter Linsen- oder Spiegeldurchmesser und 1000 Millimeter Brennweite hat eine Lichtstärke von 1:10 ("Blende 10"). Die Bezeichnungen 1:10 und f/10 (sprich "1 zu 10" bzw. "f 10") sind gleichbedeutend.

Bei Fotoobjektiven werden folgende Blenden verwendet: 1,0 - 1,4 - 2,0 - 2,8 - 4,0 - 5,6 - 8 - 11 usw. Bei der Fotografie mit Okularprojektion kann man diese Reihe beliebig weit hochrechnen, Lichtstärken von 1:100 oder mehr werden hierbei oft angewendet. Das resultiert selbst bei hellen Objekten in sekundenlangen Belichtungszeiten.

Diese Zahlenfolge liegt darin begründet, dass sich die Menge des einfallenden Lichtes verdoppelt, wenn man den Durchmesser der Objektivöffnung mit 1,4 multipliziert. Ein Öffungsverhältnis von 1:5,6 ermöglicht es also, bei gleicher ISO-Empfindlichkeit und Motivhelligkeit die Belichtungszeit gegenüber einem 1:8-Objektiv zu halbieren. Die oben genannten Blendenwerte sind sinnvoll grundet, dies ist in der Praxis jedoch vernachlässigbar. Bei Kameraobjektiven erscheinen auch Zahlenwerte, die nicht in oben genanntes Schema passen, z. B. 1,8. Das sind halbe oder drittel Blendenstufen, abhängig vom Objektivmodell.

Astronomische Optiken haben in der Regel ganzzahlige Öffnungsverhältnisse wie 1:8 oder 1:10. Bei Öffnungsverhältnissen, die oben nicht erscheinen, wie die häufigen 1:5, 1:6, 1:10 oder 1:15 - Teleskope, kann man näherungsweise die Blendenstufe aus der obigen Liste als Ersatz nehmen, die diesem Wert am nächsten kommt oder umgekehrt.

Mit lichtstarken Optiken können auch mit mittleren und geringen ISO-Empfindlichkeiten relativ kurze Belichtungszeiten realisiert werden. Hierdurch wird die Gefahr, dass eine Aufnahme zum Beispiel durch Wind verwackelt, drastisch reduziert: Verdoppelt man bei gegebener Brennweite den Durchmesser der Optik, wird die Belichtungszeit auf ein Viertel reduziert! Andererseits sind lichtstarke Optiken relativ schwer, so dass eine stabilere und somit teurere Montierung benötigt wird. Lichtstarke Optiken sind schwer in guter Qualität herzustellen, qualitativ hochwertige Geräte mit hohen Lichtstärken sind also relativ teuer. Preiswerte, lichtstarke Optiken zeigen an den Bildrändern oft Abbildungs- und im Falle von Linsenteleskopen Farbfehler.

Lichtschwache Optiken sind relativ einfach und somit preiswert in guter bis sehr guter Qualität herzustellen. Sie haben in der Regel lange Brennweiten, so dass die in der Sonnen-, Mond- und Planetenfotografie häufig benötigten langen Effektivbrennweiten leichter erreicht werden. Diese langbrennweitigen Geräte sind jedoch relativ lang und somit schwerer zu transportieren. Durch die dunkle Abbildung im Sucher ist die manuelle Fokussierung lichtschwacher Optiken mitunter sehr schwer.

Für die Deep-Sky-Fotografie sind lichtstarke Optiken die geeignetsten Konstruktionen, bei der Sonnen-, Mond- und Planetenfotografie sind lichtschwache Optiken besser geeignet. Lichtstärken um 1:8 stellen eine Kompromisslösung dar.

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Der Bildwinkel

Der Bildwinkel ist ein Maß für den von einem Objektiv erfassten Ausschnitt. Er wird in Grad gemessen. Die folgenden Angaben über den Bildwinel eines Objektivs beziehen sich auf die Diagonale des Kleinbildfilms bzw. eines Vollformat-Sensors.

Hierbei entsprechen ein kompletter Rundblick 360 Grad (Vollkreis), eine gedachte Linie über den ganzen Himmel, zum Beispiel von Westen durch den Zenit (der höchste Punkt am Himmel direkt über dem Beobachter) nach Osten 180 Grad. Zum Vergleich: Die Sonne und der Vollmond haben einen scheinbaren Durchmesser von etwa 0,5 Grad.

Ich habe in der folgenden Tabelle die Bildwinkel für gängige Objektiv- und Teleskopbrennweiten aufgeführt, bezogen auf Negativ- und Diafilme bzw. Vollformat-Sensoren. Bei kleineren Sensoren muss der sog. Crop-Faktor berücksichtigt werden. Die Umrechnung erfolgt analog zum unten genannten Beispiel am Normalobjektiv: Der Bildwinkel des Objektivs wird durch den Crop-Faktor dividiert, und man erhält den Bildwinkel des Objektivs an der verwendeten Kamera. Da der Bildwinkel umgekehrt proportinal zur Brennweite ist, hat man bei Verdoppelung der Brennweite den halben Bildwinkel. Mit Hilfe dieses Zusammenhanges lassen sich die Bildwinkel von nicht aufgeführten Brennweiten errechnen.

Brennweite in Millimetern Bildwinkel in Grad Monddurchmesser
28 75 150
35 63 126
50 46 92
80 30 60
100 24 48
135 18 36
200 12 24
300 8,25 16,5
400 6,16 12,3
500 5 10
600 4,16 8,3
800 3,01 6,02
900 2,73 5,4
1000 2,5 5
1200 2,08 4,16
1500 1,66 3,3
1800 1,36 2,7
2000 1,25 2,5

Da wegen der elliptischen Bahn des Mondes um die Erde der scheinbare Monddurchmesser vom Mittelwert ausgehend um plus/minus 5% schwankt, sind die Angaben unter "Monddurchmesser" als Durchschnittswert anzusehen.

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Der T2-Anschluss

Fotoobjektive der großen Hersteller haben kameraseitig ein kameraspezifisches Bajonett. Dies hat zur Folge, dass ein Objektiv nur an die Kameras eines bestimmten Herstellers passt. Ausserdem sind langbrennweitige Objektive mit Bajonett unverhältnismässig teuer.

Anders verhält es sich bei Objektiven, die kameraseitig einen sog. M42-Anschluss haben. Bei diesen befindet sich an der Rückseite anstelle des Bajonetts ein Gewinde, an das ein sog. T2-Ring angeschraubt wird. Diese T2-Ringe gibt es für alle Markenkameras von Zubehörherstellern. Sie haben ebenfalls ein M42-Gewinde und auf der anderen Seite das kameraspezifische Bajonett, so dass sie an entsprechende Kameras angesetzt werden können.

Die linke Abbildung zeigt einen T2-Ring mit dem Gewinde, mit dem er an das Objektiv geschraubt wird. Das rechte Bild zeigt einen T2-Ring, angeschraubt an ein 500mm-Spiegelobjektiv. Das kameraspezifische Bajonett ist im rechten Bild deutlich erkennbar.

T2-Ring T2-Ring am 500mm-Spiegelobjektiv

Ein Objektiv mit M42-Gewinde ist um ein vielfaches preiswerter als gleiche Objektive mit Bajonett. Es gibt sie im Fachhandel und auf astronomischen Trödelmärkten, zum Beispiel dem Astronomischen Tausch- und Trödeltreff (ATT) in Essen, hier jedoch in der Regel gebraucht.

Ein ähnlicher Anschluss ist das M42 * 0,75-Gewinde, dass ebenfalls einen dem T2-Ring ähnlichen Zwischenring mit kameraspezifischem Bajonett benötigt. Dies ist bei den Russentonnen der Fall. Es gibt auch Zwischenringe, mit denen die Russentonnen mit einem T2-Ring an die kamera angeschlossen werden können.

Der Autofokus funktioniert mit solchen Objektiven allerdings nicht.

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2. Kameraobjektive

Ich bespreche zuerst Kameraobjektive, da mit ihnen erfahrungsgemäß der beste Einstieg in die Astrofotografie beginnt. Objektive sind einfach in der Handhabung, im Falle von Autofokus-Objektiven entfällt die manuelle Fokussierung, die mitunter sehr viel Fingerspitzengefühl erfordert. Sie sind ideale Optiken für den Einstieg in die Astrofotografie, aber auch für fortgeschrittene Beobachtungsprogramme, zum Beispiel die Meteorüberwachung.

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Objektivtypen

Zunächst wird zwischen Zoom-Objektiven mit veränderlicher Brennweite (Abbildung unten: 28-200mm-Objektiv) und Objektiven mit konstanter Brennweite (Festbrennweiten) unterschieden.

Zoom-Objektiv 28-200mm

Bei beiden Objektivklassen wird gleichermaßen folgende grobe Unterteilung vorgenommen:

  • Weitwinkelobjektive
  • Normalobjektive bzw. Normalbrennweite bei Zooms
  • Teleobjektive

Innerhalb dieser Grundtypen werden noch weitere Differenzierungen vorgenommen, auf die hier nicht weiter eingegangen werden soll, da sie mit Ausnahme der Spiegelteleobjektive für die Astrofotografie irrelevant sind.

Die Normalbrennweite ist definiert als die Bilddiagonale des Films bzw. Bildsensors einer Kamera in Millimetern. Bei analogen Kameras für das Kleinbildformat 24*36 Millimeter und Vollformat-Sensoren bei digitalen Spiegelreflexkameras, deren Sensorgröße dem Kleinbildformat entspricht, ist dies 50 Millimeter (gerundet). Im Falle von anderen Digitalkameras verschiebt sich dieser Wert je nach Größe des Sensors. Er wird folgendermaßen errechnet: Für Sensoren digitaler Kameras gilt der sog. Crop-Faktor. Das ist ein Faktor, mit dem man die verwendete Brennweite multiplizieren muss, um die entsprechende Brennweite zu erhalten, mit der das Motiv in gleicher Größe auf einem Vollformat-Sensor abgebildet werden würde.

Dividiert man nun 50 durch den Crop-Faktor der Kamera, erhält man die Normalbrennweite für diese Kamera. Der Crop-Faktor ist kameraspezifisch und dem Handbuch der Kamera zu entnehmen.

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Festbrennweite oder Zoom?

Dies ist die erste wichtige Entscheidung bei der Objektivwahl, die nicht zuletzt auch vom Budget abhängt. Wenn man eine Kamera erwirbt, gehört ein Zoom-Objektiv meist zur Grundausstattung. Bei Zoomobjektiven kann man die Brennweite innerhalb seiner Grenzen beliebig verstellen. Mit ein oder zwei Zooms erhält man einen Brennweitenbereich, der mit Festbrennweiten erst mit vier oder fünf Objektiven gleichmässig abgedeckt wird. Zooms bringen also eine enorme Kosten- und Gewichtsersparnis mit sich.

Diesen buchstäblich gewichtigen Vorteilen von Zooms in der Alltagsfotografie stehen jedoch Nachteile gegenüber, die sich gerade in der Astrofotografie sehr stark bemerkbar machen:

Zoomobjektive haben eine geringere Lichtstärke (siehe oben) als festbrennweitige Objektive mit gleicher Brennweite. Dies führt dazu, dass man in der Regel mindestens die doppelte, mitunter sogar vierfache Belichtungszeit benötigt als mit Festbrennweiten. Dies erhöht die Gefahr von Verwackelungen durch Wind und Erschütterungen beträchtlich und erschwert auch bei etwas längeren Brennweiten die Unterdrückung der scheinbaren Bewegung der Sterne bei ruhender Kamera. Desweiteren besteht die Gefahr, dass sich bei den benötigten längeren Belichtungszeiten bei der Verwendung von chemischen Filmen der Schwarzschildeffekt in Form von Farbstichen störend bemerkbar macht.

Alle Objektivtypen haben zum Bildrand hin einen mehr oder weniger starken Abfall in der Bildqualität, der sich bei punktförmigen Lichtquellen wie Sternen besonders stark bemerkbar macht. Durch Abblenden um ein bis zwei Blendenstufen (siehe oben) kann dieser Effekt auf ein Minimum reduziert werden, da die Fehler auf die vom Linsenrand gebrochenen Lichtstrahlen zurückgehen. Das Problem der Randverdunkelung ("Vignettierung") kann durch Abblenden ebenfalls behoben werden. Der Verlust an Lichtstärke, der durch das Abblenden entsteht, ist bei lichtstärkeren Festbrennweiten nicht ganz so nachteilig wie bei ohnehin bereits lichtschwächeren Zoom-Objektiven.

Wird das Zoom-Objektiv schräg nach oben gerichtet, kann es passieren, dass das Objektiv unter dem Einfluss der Schwerkraft etwas zusammengeschoben wird und sich somit Brennweite und Fokssierung während der Belichtung verstellen. Dieses Problem tritt besonders bei Schiebezooms auf.

Festbrennweiten haben auch eine bessere Bildqualität als Zooms, vor allem im Hinblick auf kräftige Farben und Detailgenauigkeit.

Wenn man also ernsthaft Astrofotografie betreiben möchte, sollte man über die Anschaffung von Festbrennweiten nachdenken. Dennoch können Einsteiger mit Zooms exzellente Ergebnisse erzielen. Insbesondere für den Einstieg sind sie eine Überlegung wert.

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Objektivtypen im Detail:

Weitwinkelobjektive

Da Weitwinkelobjektive wie ein Normalobjektiv, nur etwas kürzer, aussehen, wurde an dieser Stelle auf ein Foto verzichtet. Diese Objektive haben eine kürzere Brennweite als Normalobjektive. Es gibt Brennweiten von 7,5 ("Fischauge", engl. "Fish-Eye") bis 35 Millimeter. Fischaugen werden in der Astrofotografie häufig als All-Sky-Objektiv bezeichnet, da sie den gesamten Himmel mit dem Horizont als Bildrand erfassen, wenn sie in den Zenit gerichtet werden. Fischaugen-Objektive liefern runde Bilder, die umgebenden Bereiche sind schwarz.

Mit Weitwinkelobjektiven wird ein sehr großer Bildwinkel erfasst. Der erfasste Bildausschnitt ist so groß, dass die meisten Sternbilder komplett erfasst werden. Mit Weitwinkelobjektiven kann man Sternbilder ablichten, ohne dass sie durch die Erdrotation zu Strichspuren verzerrt werden. Auch Strichspuraufnahmen des Himmelspols gelingen mit Weitwinkelobjektiven am besten.

Ihre Hauptanwendung in der Astrofotografie finden diese Objektive bei Panoramaaufnahmen des Nachthimmels und der Milchstraße mit und ohne Nachführung und zur Meteorfotografie. Mond- und Sonnenfinsternisse können entweder als Strichspur oder Mehrfachbelichtung in ihrem gesamten Verlauf erfasst werden.

Normalobjektive

Normalobjektive haben ihren Namen daher, dass die Fotos, die mit ihnen aufgenommen werden, den gleichen perspektivischen Eindruck wiedergeben, den man bei der Betrachtung des Motivs mit bloßem Auge hat. Bei gängigen Klienbild-Kameras mit Negativ- oder Diafilm bzw. Vollformat-Sensoren beträgt die Normalbrennweite 50 Millimeter.

Die Abbildung zeigt ein Normalobjektiv mit Lichtstärke 1:1,8 und 50 Millimeter Brennweite:

Normalobjektiv

Festbrennweitige Normalobjektive sind die lichtstärksten Optiken überhaupt. Bei Sternaufnahmen erkennt man bereits nach wenigen Sekunden Belichtungszeit alle Himmelsobjekte, die mit bloßem Auge sichtbar sind. Bei Panoramaaufnahmen mit dem Mond erkennt man bereits andeutungsweise die größten Mondformationen, sofern der Mond korrekt belichtet ist.

Bei Verwendung mittlerer bis hoher ISO-Empfindlichkeiten kann man auch mit ihnen die scheinbare Bewegung der Sterne unterdrücken und sogar helle, lange Kometenschweife und die hellsten Nebel mit ruhender Kamera erfassen.

Ihre astrofotografischen Anwendungen sind die gleichen wie bei Weitwinkelobjektiven.

Teleobjektive

Teleobjektive sind Objektive mit Brennweiten, die länger als die eines Normalobjetivs sind. Es gibt sie mit Brennweiten von 80 bis 1200 Millimeter. Sie werden verwendet, um kleine und/oder weit entfernte Objekte heranzuholen. Im Verhältnis zu Normalobjektiven haben sie einen sehr kleinen Bildwinkel, siehe oben.

Die Abbildung zeigt ein festbrennweitiges 300mm 1:4 Teleobjektiv:

300mm - Teleobjekjtiv

Die Erdrotation kann ohne Nachführung nur bei sehr kleinen Telebrennweiten oder Belichtungszeiten unter einer Sekunde unterdrückt werden.

Mittlere bis lange Telebrennweiten haben vielfältige Anwendungen in der Astrofotografie:

  • Sonnen- und Mondfinsternisse
  • Kometen
  • Sternhaufen
  • Nebel und Galaxien
  • Stimmungsaufnahmen mit integriertem Mond

Sie werden meistens mit einer speziellen Halterung am Teleskop bzw. der Montierung befestigt und mit diesem der scheinbaren Bewegung der Sterne nachgeführt. Diese Methode der Nachführung wird Piggyback-Fotografie genannt. Lange Teleobjektive überschneiden sich in ihren Anwendungsgebieten mit kurzbrennweitigen Teleskopen und den sog. Spektiven.

Bei langen Brennweiten werden Teleobjektive, insbesondere lichtstarke Ausführungen, sehr schnell unhandlich. Solche Optiken sind mit Autofokus und kameraspezifischem Bajonett sehr teuer. Preiswerte Alternativen sind MF-Objektive mit M42- bzw. T2-Anschluss. Sie sind im Fachhandel oder auf Astrobörsen erhältlich. Spektive mit kurzen und mittleren Brennweiten sind ebenfalls als Ersatz geeignet. Hochwertige Spektive oder Rich-Field-Teleskope mit Brennweiten, die mit langen Teleobjektiven vergleichbar sind, sind zwar relativ teuer aber dennoch viel preiswerte als AF-Teleobjektive mit vergleichbaren Brennweiten. Mit ihnen kann auch visuell beobachtet werden.

Spiegelteleobjektive

Diese spezielle Gattung der Teleobjektive wird auch Spiegellinsenobjektiv oder Spiegellinser genannt. Sie sind ähnlich aufgebaut wie ein Spiegelteleskop, bestehen also aus Haupt- und Fangspiegel und einer Frontlinse ("katadioptrische Systeme"). Die unter Amateurastronomen weit verbreiteten "Russentonnen" gehören in diese Objektivklasse. Das Brennweitenspektrum reicht von 300 bis 2000 Millimeter, gängig sind 500 bis 1000 Millimeter.

Die Abbildung zeigt ein 500mm 1:8 Spiegelteleobjektiv:

Spiegelteleobjektiv (500mm)

Sie haben im Verhältnis zu Linsenobjektiven eine geringe Lichtstärke (meist 1:8 oder 1:11, siehe oben), aber eine vergleichbare Bildqualität. Insbesondere die Maksutov-Optiken bestechen durch eine Schärfe und Brillanz, die mit denen von Linsensystemen vergleichbar ist. Ausserdem lässt sich bei ihnen die Blende nicht verstellen. Lediglich billige Konstruktionen bieten keine zufrieden stellende Abbildungsqualität.

Spiegelteles sind eine gute preiswerte Alternative zu langbrennweitigen Linsenobjektiven, insbesondere die langbrennweitigen Versionen. Sie haben ähnliche Anwendungsgebiete wie Teleobjektive. Aufgrund ihres relativ geringen Gewichtes (1000mm 1:10 ca. 2 kg) sind sie sehr gute und beliebte Geräte für astronomische Exkursionen.

Zu den Standardanwendungen zählt die Fotografie von Finsternissen. Die Korona wird z. B. mit den typischen Brennweiten von Spiegelobjektiven ideal und detailreich abgebildet.

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3. Spektive

Spektive sind eine eigene Klasse von Beobachtungsgeräten. Sie vereinen die Eigenschaften von Fernglas, Teleobjektiv und Teleskop.

Spektive haben in der Regel ein einzelnes Objektiv und liefern meistens beim Blick dur das Okular ein aufrecht stehendes, seitenrichtiges Bild. Da Spektive zu einem großen Teil für die Erdbeobachtung genutzt werden, haben sie sehr häufig ein internes Prisma zur Bildaufrichtung. Eine große Zahl dieser Geräte wird mit einem 45 Grad-Einblick geliefert, aber es gibt auch sehr viele Modelle, die dem Kunden die Wahl zwischen geradem und 45 Grad-Einblick lassen.

Für die Astrofotografie ist der gerade Einblick vorzuziehen, da der Schrägeinblick in Verbindung mit dem bei Spektiven meist sehr langen Kameraadapter (der meistens auch die Brennweite verlängert) eine Symmetrie bewirkt, die zumindest beim Einsatz auf Fotostativen und leichten parallaktischen Montierungen eine Gleichgewichtsverlagerung der Optik zur Folge hat. Die Befestigung ist dann nicht mehr exakt im Schwerpunkt, so dass die Konstruktion bei kleinsten Erschütterungen ins Schwingen gerät und das Bild verwackelt.

Bei der Auswahl eines Spektivs ist das verfügbare Zubehör zu berücksichtigen: Viele Modelle können kein genormtes 1 1/4 Zoll-Zubehör für Teleskope aufnehmen, sondern nur modellspezifische Okulare und Kameraadapter. Es gibt aber auch viele gute Geräte, die die genormten Teleskopanschlüsse aufweisen. Diese sind dann meistens primär für die Himmelsbeobachtung ausgelegt und daher nach Möglichkeit vorzuziehen.

Die Abbildung zeigt als Beispiel für ein Spektiv eine 100/1000mm-Russentonne mit ausgezogener Taukappe (Sonnenblende). Anstelle der Kamera kann auch gängiges Teleskopzubehör zur visuellen Beobachtung angebracht werden.

Russentonne

Die Bildqualität von hochwertigen Spektiven ist mindestens gleichwertig mit denen von astronomischen Teleskopen gleicher Öffnung.

Spektive sind sehr kompakte Geräte, was sie vor allem auch als Reiseteleskope und "Balkonteleskope" interessant macht.

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4. Teleskope (Einführung)

An dieser Stelle wird nur der Vollständigkeit halber eine kurze Einführung in Teleskope gegeben. Eine ausführliche Beschreibung von Fernrohren finden Sie im Artikel Teleskope. Bei Teleskopen wird zwischen Linsenteleskopen (Refraktoren) und Spiegelteleskopen (Reflektoren) unterschieden.

Bei Refraktoren geht das Licht durch eine Linse, wird in dieser gebrochen und sammelt sich im Brennpunkt (Fokus). Bei exakter Fokussierung liegt dieser Brennpunkt des Objektivs genau in der Film- bzw. Sensorebene (genauer: auf der Oberfläche des Films/Sensors). Bei Spiegelteleskopen wird das Licht von einem Hauptspiegel aufgefangen, reflektiert, von einem Fangspiegel umgelenkt und im Brennpunkt gesammelt. Die genaue Form des Haupt- und Fangspiegels (sphärisch, parabolisch etc.) hängt vom jeweiligen Teleskoptyp ab.

Prinzipiell sind Fernrohre riesige Objektive. Unterschiede zu Kameraobjektiven bestehen darin, dass sie sich nicht abblenden lassen, in der Regel keine Hinterlinse haben und sich justieren lassen, das heisst Linse bzw. Haupt- und Fangspiegel können in ihrer genauen Position mittels Schrauben angepasst werden, wenn die Bildqualität nicht ganz exakt ist.

Im Falle von Spiegelteleskopen sollte der Fangspiegel so klein wie möglich sein, da mit zunehmende Größe die Abschattung (Obstruktion) des Strahlenganges zunimmt und damit der Kontrast der Abbildung reduziert wird.

Der Okularauszug, an dem die Kamera befestigt wird, sollte kein Spiel haben und sich mittels einer Schraube fixieren lassen, damit durch das Gewicht der Kamera der Fokus nicht verstellt wird.

Fotografie

Welches Teleskop für die Fotografie ideal ist, hängt von den bevorzugten Motiven ab. Bei gleicher Öffnung bieten Linsenteleskope eine bessere Bildqualität als Reflektoren. Bei detailreichen Motiven wie Sonne, Mond und Planeten sind Refraktoren im Vorteil. Sollen lichtschwache Motive wie Nebel, Sternhaufen und Galaxien fotografiert werden, sind lichtstarke Reflektoren besser geeignet.

Gute Linsenteleskope mit großen Öffnungen sind jedoch sehr teuer und unhandlich. Ein großer Reflektor mit 20 Zentimetern Öffnung und sehr guter Bildqualität liefert dennoch ein detaillierteres und kontrastreicheres Bild als ein kleiner Refraktor.

Wer hauptsächlich Sonne, Mond und Planeten fotografieren möchte, sollte eine Optik mit einem Öffnungsverhältnis von 1:10 bis 1:15 wählen. Für lichtschwache Objekte sind Lichtstärken von 1:4 bis 1:8 am geeignetsten.

Eine ausführliche Beschreibung von Teleskopen finden Sie im Artikel Teleskope.

Die Montierung

Nicht nur, aber gerade bei schweren, langbrennweitigen Teleskopen ist eine schwere, stabile Montierung ein absolutes Muss. Bei langen Brennweiten genügt bei zu schwachen Montierungen schon das Schwingen des Klappspiegels der Kamera oder ein leichter Windstoß, und die Aufnahme ist hoffnungslos verwackelt.

Für längere Belichtungszeiten ist zur Kompensierung der Erdrotation eine äquatoriale (parallaktische) Montierung erforderlich. Sie sind in verschiedenen Bauarten erhältlich. Die genaue Vorgehensweise ist unter Nachführung beschrieben.

Ergänzende Artikel: Montierungen, Teleskope

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