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Mehrfachbelichtungen und Fotomontagen

Inhalt
1. Allgemein
2. Mehrfachbelichtungen
3. Fotomontagen
4. Die Ebenentechnik
5. Vorteile von Fotomontagen

Nachtaufnahmen von Landschaften oder Stadtansichten, die den Mond am Himmel detailliert abbilden, sind Aufsehen erregende Fotografien. In dieser Anleitung lernen Sie, wie man solche Bilder anfertigt und diese Technik zur Veranschaulichung von astronomischen Ereignissen verwenden kann.

Allgemein

Fotografien, die eine Landschaft oder Stadtansicht zusammen mit dem Mond zeigen, können nicht direkt aufgenommen werden. Das liegt an der geringen Größe des Mondes, der nur mit mittleren und starken Teleobjektiven relativ groß abgebildet wird und an den Beleuchtungsverhältnissen: Der Mond muss einige hundertstel Sekunden belichtet werden, während Nachtaufnahmen in der Regel mindestens einige Sekunden Belichtungszeit benötigen. Mond und Vordergrund können also nicht gleichzeitig korrekt belichtet werden, von einem kurzen Zeitpunkt in der Dämmerung abgesehen.

Das folgende Foto zeigt eine solche Einzelbelichtung, die in der frühen Abenddämmerung entstand. Aufnahme mit Vollautomatik.

Mondfinsternis in der frühen Abenddämmerung

Verwendet man kurze Brennweiten, kann man Sonnen- und Mondfinsternisse als Mehrfachbelichtung bzw. Fotomontage (siehe unten) festhalten. Dann erkennt man die einzelnen Phasen auf einem Bild. Hierbei darf die kamera zwischen den Aufnahmen keinen Millimeter bewegt werden. Im Falle der Verwendung von Ebenen (siehe unten) muss natürlich jeweils das gesamte Bild in die Ebenen eingefügt werden. Für jede Belichtung muss man dann eine neue Ebene anlegen und diese abschließend addieren.

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Mehrfachbelichtungen

Um Mond und Vordergrund gleichzeitig korrekt abzubilden, kann man mit analogen Spiegelreflexkameras die Technik der Mehrfachbelichtung, auch Reihenaufnahme oder Serienaufnahme genannt, anwenden. Hierbei wird zuerst die Landschaft aufgenommen und danach auf dem gleichen Stück Film der Mond, meistens mit einer längeren Brennweite, nachbelichtet.

Den Vordergrund fotografiert man am besten mit einem Normal- oder Weitwinkelobjektiv, es sei denn, ein Gebäudedetail soll den Vordergrund darstellen.

Die eindrucksvollsten Mondfotos erzielt man erfahrungsgemäß mit Brennweiten zwischen 200 und 500 Millimeter. Das Verhältnis zum Vordergrund sollte ausgewogen sein. Es sieht nicht gut aus, wenn nur wenig freier Himmel mit einem großen Mondbild "überladen" wird. Bei sehr viel freier Fläche kann man schon mal einen Versuch mit 1000 Millimeter Brennweite wagen. Dies ergibt dramatische Stimmungen, wenn der Mond auf dem Bild direkt über dem Horizont steht. Längere Brennweiten sind nicht empfehlenswert.

Befindet sich der Mond nahe des Bildrandes, sollte man das Objektiv um ein bis zwei Blendenstufen abblenden, da dies die Randunschärfen auf ein Minimum reduziert.

Vor der eigentlichen Mehrfachbelichtung sollte man eine Skizze des Bildes oder eine identische Landschaftsaufnahme ohne Mond vorliegen haben, da bei der Belichtung des Mondes die Landschaftsaufnahme im Sucher nicht sichtbar ist. So werden falsche Positionierungen des Mondes vermieden.

Das folgende Foto zeigt eine analoge Mehrfachbelichtung auf analogem Film. Die Aufnahmedaten finden Sie bei der großen Version in der Fotogalerie.

Analoge Mehrfachbelichtung

Mehrfachbelichtungen sind auch ohne Stativ möglich: Die maximale Belichtungszeit, mit der man verwackelungsfrei fotografieren kann, ist der Kehrwert der verwendeten Brennweite, also bei einem 200mm-Teleobjektiv etwa 1/200 Sekunde (bei analogen Spiegelreflexkameras bzw. Vollformat-Sensoren). Folglich kann man mit Brennweiten bis etwa 300 Millimeter den Mond aus der Hand fotografieren, sofern man Kamera oder Ellenbogen abstützen kann. Für Landschaftsaufnahmen kann man die Kamera ggf. auf einer geeigneten Plattform ablegen, wenn kein Stativ zur Verfügung steht.

Mittlerweile gibt es auch digitale Spiegelreflexkameras, die die Funktion der Mehrfachbelichtung besitzen. hierbei wird der Sensor doppelt belichtet, bevor er ausgelesen wird. Bedenken Sie bitte, dass die Akkus von digitalen Spiegelreflexkameras im Verhältnis zu ihren analogen Kollegen relativ schnell entladen sind. Hier sollte die Nachbelichtung des Mondes möglichst bald nach der Aufnhme des Vordergrundes erfolgen. Besser ist die Anfertigung von Fotomontagen.

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Fotomontagen

Für Fotomontagen benötigt man je ein korrekt belichtetes digitalisiertes Foto des Vordergrundes und des Mondes. Die Fotos können, wie wir später sehen werden, leicht überbelichtet sein, Unterbelichtungen sind jedoch unbrauchbar.

Der Mond wird mit einem Bildverarbeitungsprogramm ausgeschnitten und in die Vordergrundaufnahme eingesetzt. Hierbei ist es unerheblich, mit welcher Brennweite der Mond aufgenommen wurde, da sich der ausgeschnittene Mond beim Einfügen verkleinern lässt (auf Erhaltung der Proportionen achten, siehe Hilfefunktion oder Anleitung des Bildbearbeitungsprogrammes).

Sind die Bilder zusammengesetzt, werden Helligkeit und/oder Kontrast angepasst, bis der schwarze Hintergrund beider Aufnahmen übergangslos ist (bei starken Unterschieden muss evtl. bereits vor dem Zusammenfügen eine grobe Anpassung vorgenommen werden).

Abschließend wird das gesamte Bild auf eine einheitliche Pixelzahl skaliert.

Das folgende Foto zeigt eine solche Fotomontage. Die Aufnahmedaten stehen bei der großen Version in der Fotogalerie.

Fotomontage

Beim Verkleinern des Mondbildes verringert sich auch die Auflösung. So lassen sich auch verkratzte Teleskopaufnahmen aufwerten. Sofern die Kratzer nicht zu groß sind, sind sie nach der Verkleinerung auf der Montage nicht mehr sichtbar. Geringfügige Unschärfen gehen beim Verkleinern eines Mondbildes auch verloren. Da mit solchen Montagen meist ein Mndaufgang, der in der Regel immer etwas dunstig ist, simuliert wird, spielen kleine Unschärfen keine große Rolle.

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Die Ebenentechnik

Eine gute Technik zur Erstellung von Fotomontagen ist die Ebenentechnik. Hierbei wird auf das Bild mit dem Vordergrund eine Ebene gelegt, in die entweder das gesamte Mondbild oder ein Ausschnitt kopiert wird. Die letztere Variante hat den Vorteil, dass man den Mond beliebig verschieben und ggf. verkleinern kann, bis er optimal ins Bild passt. Eine Vergrößerung des Mondes ist problematisch, da man dann deutlich Pixel erkennt.

Abschließend kann es erforderlich sein, die Bilder zu addieren (in Adobe Photoshop Elements irreführender Weise mit "negativ multiplizieren" bezeichnet), wenn schwarze Teile des Mondbildes den Vordergrund überlagern.

Bei der Arbeit mit Ebenen hat sich die Software "Photoshop" bzw. die preiswerte Variante "Photoshop Elements" der Firma Adobe, die vielen Scannern und Digitalkameras beiliegt, bewährt.

Eine ausführliche Anleitung zur Arbeit mit Ebenen befindet sich in Planung und wird im Abschnitt "Digitale Bildbearbeitung" erscheinen.

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Vorteile von Fotomontagen

Die Vorteile von Fotomontagen gegenüber der Mehrfachbelichtung liegen auf der Hand:

Bei der Mehrfachbelichtung müssen Vordergrund und Mond auf Anhieb korrekt belichtet werden. Das gelingt häufig erst nach einigen Versuchen. Kombiniert man beide Teilaufnahmen zu einer Fotomontage, kann man bei beiden Teilaufnahmen eine Belichtungsreihe aus verschiedenen Belichtungszeiten anfertigen und die jeweils besten Aufnahmen zusammenfügen.

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