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Der Mond

Inhalt
1. Allgemeines zur Mondfotografie 7. Digitalkameras
2. Filme/Empfindlichkeiten 8. Webcams
3. Belichtungszeiten 9. Motive
4. Filter 10. Mondaufgänge
5. Mondfotografie mit ruhender Kamera 11. Mondaufnahmen bei Tag
6. Mondfotografie mit Nachführung 12. Der Erdschein

Empfohlene Vorkenntnisse: Grundlagen, Optiken, Belichtungszeiten, Digitalkameras

Allgemeines zur Mondfotografie

Der Mond ist für alle Brennweiten und Kameras ein sehr dankbares Motiv. Bereits mit mittleren Brennweiten erkennt man deutlich die Mondmeere und größere Krater. Wegen seiner Helligkeit, klaren Form und scharfen Begrenzungen eignet er sich auch hervorragend als Einstiegsmotiv in die Astrofotografie, der Fokus lässt sich sehr genau ermitteln. Aber auch für fortgeschrittene Astrofotografen ist er ein dankbares Betätigungsfeld.

Bei der Mondfotografie kommt es in erster Linie auf die Auflösung möglichst feiner Strukturen der Oberfläche an. Auf diesem Gebiet sind Linsenteleskope (Refraktoren) einem Spiegelteleskop gleicher Öffnung überlegen. Durch die wegfallende Abschattung von Fangspiegeln gelangt das Licht ungehindert auf den Film bzw. Sensor. Dies resultiert in verminderten Beugungseffekten und einem schärferen, kontrastreicheren Bild.

Mondfotografie sollte nur bei kristallklarem Himmel durchgeführt werden. Schon bei kleinsten Wolkenschleiern bildet sich um den Mond ein Lichthof, der das Bild verschwimmen lässt, da die Dunstschichten vom Mond von hinten beleuchtet werden und das Licht diffus streuen. Deckt man bei ausgestreckter Hand den Mond mit einem Finger ab und der Lichtof verschwindet, liegen keine Wolken vor.

Für hochaufgelöste Mondaufnahmen sollten Nächte bzw. Momente mit möglichst ruhiger Luft abgewartet werden. Das gilt insbesondere für Teleskopaufnahmen. Zudem sollte der Mond möglichst hoch am Himmel stehen. Dann werden die horizontnahen Luftunruhen und Dunstschichten umgangen, und die Belichtungszeiten verkürzen sich.

Man benötigt ein stabiles Stativ bzw. Montierung, da bereits kleinste Erschütterungen, mitunter sogar schon das Schwingen des Klappspiegels der Kamera, das Foto hoffnungslos verwackeln lassen.

Eine Taukappe bzw. Gegenlichtblende führt zu einer merklichen Steigerung des Kontrasts auf der Mondoberfläche.

Ein gutes Übungsobjekt ist der Vollmond. Dieser ist im Gegensatz zu anderen Mondphasen gleichmässig beleuchtet, so dass man Fehler in der Aufnahmetechnik leichter erkennt. Bei anderen Mondphasen hat man vom Terminator zum Mondrand hin einen starken Helligkeitsanstieg. Belichtet man den Terminator korrekt, kommt es folglich am Mondrand zu Überbelichtung und Schärfeverlusten. Dieses Problem entfällt beim Vollmond, so dass er sich besonders eignet, um die grundsätzliche Verfahrensweise der Mondfotografie zu erlernen.

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Filme/Empfindlichkeiten

Wegen der großen Helligkeit des Mondes eignen sich geringempfindliche Filme (ISO 50 bis 100) aufgrund ihres feinen Korns und ihrer kräftigeren Farben gegenüber hochempfindlichen Filmen am besten. Das Foto wird insgesamt schärfer. Bis ISO 400 ist das Filmkorn vernachlässigbar und praktisch nicht zu erkennen. Lediglich bei der schmalen Sichel muss man zu ISO 200 greifen, um die Belichtungszeiten unter 1/60 Sekunde zu halten. Ab dieser besteht die Gefahr, dass das Foto aufgrund von Luftunruhen unscharf wird.

Auch mit Digitalkameras sollte die ISO-Zahl so gering wie möglich gewählt werden, da mit der Empfindlichkeit auch die Bildstörungen (Rauschen) zunehmen. Mit geringen Empfindlichkeiten werden Auflösung und Kontrast merklich gesteigert.

Um Feinstrukturen der Mondoberfläche aufzunehmen, ist ein hoher Kontrast wichtig. Deshalb sind Aufnahmen in Schwarz/Weiss sehr empfehlenswert. Diese haben erfahrungsgemäß einen höheren Kontrast als Farbaufnahmen.

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Belichtungszeiten

Die Belichtungszeiten gelten für Teleobjektive und Teleskope gleichermaßen. In diesem Artikel wurden die Empfehlungen so gewählt, dass der Mond knapp belichtet wird und somit hoch aufgelöst erscheint. Soll der Mond so hell abgebildet werden, wie er mit dem bloßen Auge erscheint, ist die doppelte bis vierfache Belichtungszeit zu veranschlagen.

Da der Mond von der Sonne angestrahlt wird, sind Mondfotos im Prinzip Tageslichtaufnahmen. Wir benötigen also ähnliche Kameraeinstellungen wie in der Alltagsfotografie. Der Vollmond muss bei Blende 10 unter Verwendung von ISO 100 etwa 1/350 Sekunde lang belichtet werden. Bei Halbmond verlängert sich diese Zeit auf 1/125 bis 1/180 Sekunde. Für die schmale Sichel benötigt man ca. 1/60 Sekunde.

Wenn man feine Details abbilden möchte, muss die Belichtung sehr knapp ausfallen. Bei zu langer Belichtung werden viele Feinstrukturen überstrahlt. Das liegt daran, dass jedes Objekt aus unzähligen kleinen Lichtpunkten zusammengesetzt ist. Je länger belichtet wird, desto größer wird der Lichthof um eine Lichtquelle. Dies führt zur gegenseitigen Überstrahlung von Details bei Überbelichtung.

Bei Unterbelichtung erscheint das Bild jedoch körnig bzw. verrauscht.

Um die richtige Belichtung zu finden, empfielt sich die Anfertigung einer Belichtungsreihe aus verschiedenen Belichtungszeiten, da die Mondhelligkeit neben der Phase auch von der Klarheit der Atmosphäre und seiner Höhe über dem Horizont abhängt.

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Filter

In der Mondfotografie werden Filter angewendet, um die einfallende Lichtmenge zu reduzieren und den Kontrast auf der Mondoberfläche zu erhöhen. Ein höherer Kontrast macht Feinstrukturen deutlicher oder in Extremfällen überhaupt erst sichtbar.

Verwendet man lichtstarke Newton-Reflektoren mit Öffnungsverhältnissen um 1:4, kann es bei Fokalaufnahmen in der Zeit um Vollmond mitunter erforderlich sein, die Lichtmenge zu reduzieren. Hierfür verwendet man ein Neutralgraufilter, auch Mondfilter genannt. Dieser reduziert die einfallende Lichtmenge, ohne die Farben zu verfälschen. Der Einsatz eines solchen Filters kommt also einem starken Abblenden eines Kameraobjektivs gleich. Solche Filter dämpfen das Licht sehr stark, da sie auch für die visuelle Mondbeobachtung konzipiert sind. Die Belichtungszeit verlängert sich deshalb erheblich. Man gelangt also relativ schnell in den Bereich um 1/60 Sekunde Belichtungszeit, bei der die Unterdrückung von Seeingunschärfen nicht garantiert ist.

Kombiniert man Schwarz/Weiss-Aufnahmen mit einem Farbfilter, schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe: Die Helligkeit wird in der Zeit um Vollmond reduziert, jedoch nicht so stark wie mit den meisten Neutralgraufiltern. Gelb- bzw. Gelborangefilter und Grünfilter (!) steigern zusätzlich den Kontrast auf der Mondoberfläche. Nicht nur, aber gerade in der Zeit um Vollmond bringt das auf der Mondoberfläche einen beachtlichen Gewinn an Feinstrukturen.

Es sollte beim Kauf darauf geachtet werden, dass Farb- bzw. Neutralgraufilter in der Schmelze gefärbt und nicht farbbeschichtet sind. Eine Vergütung ist wichtig, um störende Reflexionen ("Geisterbilder") zu vermeiden.

Der Filter wird in das 1 1/4 Zoll-Gewinde des Fokaladapters geschraubt. Der Filter verändert deshalb die Fokuslage. Man muss den Filter also einschrauben, bevor der Mond fokussiert wird.

Die meisten Farbfilter verlängern die Belichtungszeit um den Faktor zwei bis vier gegenüber der benötigten Belichtungszeit ohne Filter. Der Einsatz ist vor allem dann sinnvoll, wenn die Belichtungszeit mit Filter 1/60 Sekunde nicht überschreitet.

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Mondfotografie mit ruhender Kamera

Teleobjektive

Die folgenden Angaben gelten für Analog-Spiegelreflexkameras bzw. Vollformat-Sensoren. Bei gleicher Brennweite zeigen die meisten digitalen Spiegelreflexkameras ein etwa um den Faktor 1,6 (kameraabhängig) größeres Mondbild und entsprechend mehr Details.

Der Autofokus von modernen Kameras ist empfindlich genug, um den Mond zu erkennen und zu fokussieren, vorausgesetzt, es wird ein Messsensor direkt über dem Mond platziert.

Bei den ersten Fotoversuchen ist man besonders bei Mondaufgängen oft enttäuscht, dass der Mond mit kleinen und mittleren Telobjektiven relativ klein erscheint, obwohl man ihn mit dem bloßen Auge über dem Horizont subjektiv größer wahrnimmt. Dieser Effekt beruht auf einer optischen Täuschung.

Soll der Mond, zum Beispiel bei Mondaufgängen, nicht genau in der Bildmitte stehen, bedarf es eines Tricks: Der Mond wird zentriert und mit dem Autofokus scharfgestellt. Dann wird auf manuelle Fokussierung umgeschaltet (Der Fokussier- und ggf. Zoomring dürfen jetzt nicht mehr berührt werden.) und der gewünschte Ausschnitt eingestellt.

Mit etwa 200 Millimeter Brennweite erkennt man bereits deutlich die Mondmeere, jedoch noch keine Krater. Diese werden erst ab 300 Millimeter Brennweite sichtbar. Mit 300 Millimeter Brennweite hat der Mond in Erdnähe auf einem Abzug in Postkartengröße etwa 13 Millimeter Durchmesser.

Das folgende Foto zeigt eine Mehrfachbelichtung, bei der der Mond mit einem 300mm-Teleobjektiv aufgenommen wurde. Das Originalbild zeigt noch wesentlich mehr Details der Mondoberfläche.

Der Mond im 300mm-Teleobjektiv

Ab 500 bis 600 Millimeter Brennweite lohnt es sich, den Mond als Hauptmotiv zu zentrieren. Der Mond nimmt jetzt im Querformat ein Fünftel der Bildhöhe ein. Man erkennt Strukturen innerhalb der Mondmeere und kleinere Krater. Große Krater treten deutlich hervor.

Mit Teleobjektiven aller Brennweiten kann man auch atemberaubende Fotomontagen erstellen, die den Mond zusammen mit einer Landschaft oder über einem Gebäude zeigen. Siehe hierfür auch Fotomontagen.

Teleskope

Bei der Fotografie durch ein Teleskop wird die Kamera anstelle des Okulares und Zenitprisma mit einem Fokaladapter und T2-Ring am Teleskop befestigt. Fotografien mit einem Teleskop müssen aufgrund der langen Brennweiten exakt fokussiert werden. Hierfür eignet sich die Scheinerblende sehr gut, die ich hier in einem separaten Artikel ausführlich beschreibe. Den Fokus beurteilt man am besten am Mondrand nahe der Tag-Nacht-Grenze, dem Terminator. Bei exakter Fokussierung erscheint er messerscharf.

Die geeignetste Stelle für eine genaue Fokussierung ist der Terminator am nördlichen bzw. südlichen Mondrand. Hier lässt sich die Schärfe am besten überprüfen, da diese Bereiche des Mondrands kaum durch Überbelichtung diffus erscheinen.

Die Fokussierung durch einfaches Betrachten durch den Sucher führt bei Teleskopen nur in Ausnahmefällen zu einem einwandfreien Foto, aber es ist zumindest bei Fokalaufnahmen, bei denen die Kamera anstelle des Okulars ans Teleskop gesetzt wird, nicht unmöglich. Bei kleinen Reiseteleskopen bis etwa 500 Millimeter Brennweite kann man mit etwas Übung auch ohne Fokussierhilfe arbeiten.

Bei 1000 Millimeter Brennweite nimmt der Mond im Querformat kanpp die halbe Bildhöhe ein. Es zeigen sich bereits kleinere Krater und Gebirgszüge treten an der Tag-Nacht-Grenze deutlich hervor.

Das folgende Foto zeigt den Mond, aufgenommen mit einem Maksutov-Cassegrain-Teleskop mit 1000 Millimetern Brennweite. Das Originalbild zeigt noch viel kleinere Details auf der Mondoberfläche.

Mondfoto mit 1000 Milimetern Brennweite

Mit 2000 Millimeter Brennweite wird der Mond im Qerformat fast formatfüllend. Bei genauer Fokussierung und Belichtung erkennt man im Vollformat Details von rund drei Kilometern Durchmesser. Mit Crop-Faktor steigert sich die Auflösung noch auf ca. 1,8 Kilometer pro Pixel (ohne Brennweitenverlängerung). Es zeigen sich viele feine Strukturen.

Das hier gezeigt Foto entstand mit einem Schmidt-Cassegrain-Teleskop fokal mit 2000 Millimetern Brennweite und einem Crop-Faktor von 1,6. Hier geht es zum Foto in höherer Auflösung.

Der Mond mit 2000 Millimetern Brennweite.

Bis hierher kann man ohne elektrische Nachführung arbeiten. Die unten beschriebene Methode zur Anwendung von digitalen Sucherkameras ("Digicams") lässt sich eingeschränkt auch ohne Nachführung verwenden, wenn man mit kurzbrennweitigen Okularen Gesamtansichten des Mondes aufnehmen möchte.

Die Grenze des Machbaren liegt bei der Mondfotografie ohne Nachführung je nach Lichtstärke des Teleskops in der Verwendung von Barlow-Linsen, die einen kleineren Himmelsausschnitt abbilden und den Mond um den Faktor zwei bis drei vergrössern.

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Mondfotografie mit elektrischer Nachführung

Noch feinere Strukturen der Mondoberfläche lassen sich mit der Okularprojektion erfassen. Hierbei wird ein sog. Projektionsadapter, auch Teleextender genannt, verwendet. Er wird okularseitig am Teleskop befestigt, und in ihm wird ein Okular angebracht, das das Bild wie ein Diaprojektor auf den Film bzw. Sensor projiziert. Diese Technik hat einen immensen Lichtverlust zur Folge. Als ISO-Empfindlichkeit empfielt sich 200 bis 400.

Skizze der Aufnahmegeometrie in Okularprojektion:

Okularprojektion

Die Fokussierung erfolgt idealerweise mit der Scheinerblende.

Die Belichtungszeiten betragen hier einige Zehntelsekunden bis Sekunden, abhängig von der Größe des projizierten Ausschnitts ("Äquivalentbrennweite"), der Mondphase und der Höhe des Mondes über dem Horizont.

Mit analogen Kameras macht sich bei dieser Methode das Seeing exterm störend bemerkbar. Das kann soweit führen, dass die Fotos trotz exakter Fokussierung völlig unscharf werden.

Im Artikel Grundlagen beschreibe ich die Okularprojektion ausführlich.

Achtung: Beachten Sie bei langen Effektivbrennweiten unbedingt die Eigenbewegung des Mondes! Der Mond bewegt sich relativ schnell zwischen den Sternen, so dass feine Strukturen bereits nach wenigen Sekunden Belichtungszeit verschmiert werden. Hochwertige Nachführeinrichtungen können eine Montierung mit der Eigengeschwindigkeit des Mondes nachführen. Dies sollte man ggf. wahrnehmen.

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Digitalkameras

Bringt man das Zoom-Okular in die Nähe des Okulars, lassen sich sehr feine Strukturen abbilden. Die Qualität von herkömmlichen Aufnahmen in Okularprojektion wird hierbei ohne weiteres übertroffen. Allerdings erscheint das Bild durch das Okular kopfstehend und evtl. seitenverkehrt. Mit einem Bildbearbeitungsprogramm kann es entsprechend gedreht werden.

Einige Digicams haben in dunklen Bildbereichen ein starkes Hintergrundrauschen. Hier sollte man sich beim Fachhändler beraten lassen oder im Internet nach Bildern von rauscharmen Digitalkameras suchen.

Die Digicam wird hierbei mit einer Halterung so am Teleskop befestigt, dass das Objektiv direkt in Verlängerung des Strahlenganges des Okulars ist, so werden Verzerrungen vermieden. Das Objektiv muss sich unmittelbar über dem Okular befinden, darf es jedoch nicht berühren! Solche Halterungen sind für gängige Kameramodelle bei Astro-Händlern erhältlich.

Hierfür muss die Digicam selbstverständlich einen Draht- oder Selbstauslöser mit Zeitverzögerung haben.

Skizze der Aufnahmegeometrie:

Digitalkamera - Halterung

Bei digitalen Spiegelreflexkameras kann man sehr hohe ISO-Empfindlichkeiten einstellen. Mit zunehmender Empfindlichkeit verstärkt sich das Bildrauschen. Insbesondere an der Tag-Nacht-Grenze, dem Terminator, macht sich dies störend bemerkbar, da das Rauschen bei dunklen Bildpartien stärker ausgeprägt ist. Das Rauschen ist jedoch weniger störend als das Korn hochempfindlicher Filme, so dass hier mit höheren Empfindlichkeiten gearbeitet werden kann als mit analogem Filmmaterial.

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Webcams

In der Mondfotografie setzen sich Webcams mehr und mehr gegen andere Aufnahmesysteme durch. Eine Webcam ist eine einfache Videokamera mit einem kleinen CCD-Sensor, wie er auch in einigen Digitalkameras eingebaut ist. Sie nimmt anstelle eines einzelnen Fotos einen Film des Objektes auf. Dieser Film kann aus mehreren 1000 (!) Einzelbildern ("Frames") bestehen.

Das folgende Foto zeigt ein solches Einzelbild der Mondkraterkette Ptolomaeus-Alphonsus-Arzachel, aufgenommen mit der Meade LPI, einer Kamera, die auf Webcam-Technologie basiert. Die schlechten Seeingverhältnisse ermöglichten keine weiteren guten Einzelbilder. Das Bild entstand bei meinen ersten Versuchen mit dieser Kamera. Es lässt sich noch viel mehr mit dem gegebenen Instrumentarium herausholen. Dennoch zeige ich an dieser Stelle mein erstes Bild, um zu zeigen, dass man bereits bei den ersten Versuchen ermutigende Ergebnisse erzielen kann. Das Bild ist fast in Originalgröße gezeigt. Aufnahmegerät war ein Schmidt-Cassegrain-Teleskop mit 20 Zentimetern Öffnung und 2000 Millimetern Brennweite ohne Brennweitenverlängerung.

Das Foto wurde leicht nachgeschärft.

Der Mond mit der Webcam

Für die Weiterverarbeitung benötigt man eine Software zur Bearbeitung von Webcam-Filmen. Hierfür gibt es spezielle Software für astronomische Anwendungen. Diese Software zerlegt zunächst das Video ein seine Einzelbilder, analysiert die Einzelbilder und fügt die technisch besten Fotos zu einem Einzelnen Foto zusammen. Die Qualität ist so gut, dass sie das theoretische Leistungsvermögen des verwendeten Teleskops ausnutzt.

Aus vielen solcher Einzelbilder lassen sich auch Mosaike des gesamten Mondes erstellen. Hierbei erhält man eine Schärfe und Auflösung, wie sie mit einer einzelnen Gesamtaufnahme mit Film- oder Digitalkamera nie erreicht werden kann.

Für die Webcam-Fotografie braucht man keine exakte Nachführung, da die Software Details auf den Einzelbildern erkennt und die Frames entsprechend überlagert.

Hier geht es zu einen ausführlichen Artikel über Webcams und ihren Einsatz.

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Motive

Mondaufgänge

Mondaufgänge sind, wenn sie in der Zeit um Vollmond stattfinden, ein dankbares Motiv für kurze und mittlere Telebrennweiten, vor allem, wenn sich die Landschaft oder Gebäude in das Bild integrieren lassen.

Eine kurze Zeit nach dem Mondaufgeng kann man Mondoberfläche und Vordergrung gleichzeitig korrekt belichten. Der genaue Zeitpunkt, zu dem man Mond und Vordergrund gleichzeitig korrekt belichten kann, hängt von der Dichte der Atmosphäre in Horizontnähe ab und kann nur mit einer Belichtungsreihe abgepasst werden.

Das folgende Foto zeigt die beschriebene Situation bei der totalen Mondfinsternis vom 16. September 1997. Die Aufnahme entstand mit Vollautomatik als "Schnappschuss". Hier geht es zum Originalbild.

Mondaufgang

Bei den seltenen Gelegenheiten mit absolut klarer Horizontsicht kann man mit Brennweiten ab etwa 500 bis 600 Millimeter atemberaubende Mondaufgänge mit dem Mond unmittelbar über dem Horizont aufnehmen.

Bei Brennweiten bis etwa 200 Millimeter kann man hierbei bei einer schmalen Mondsichel auch den Erdschein (siehe unten) ins Bild integrieren. Dieses Motiv ist stets sehr eindrucksvoll, obwohl die schmale Mondsichel hierbei überbelichtet wird.

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Mondaufnahmen bei Tageslicht

Der Mond ist hell genug, um auch bei Tageslicht problemlos fotografiert werden zu können. Die Vollautomatik stellt hierbei die korrekte Belichtungszeit ein. In Verbindung mit Flugzeugen ergeben sich oft eindrucksvolle Fotos. Bei Tageslicht ist der Kontrast auf dem Mond jedoch viel geringer als bei Dunkelheit.

Das Foto zeigt eine solche Tageslichtaufnahme:

Der Mond bei Tag.

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Der Erdschein

Ein reizvolles Motiv für Mondfotos mit ruhender Kamera ist die Aufnahme des sog. Erdscheins, auch aschgraues Mondlicht genannt: Bei schmaler Mondsichel erkennt man bereits mit bloßem Auge, dass die Nachtseite des Mondes rötlich-grau erscheint. Das ist der Erdschein. Er entsteht, wenn Sonnenlicht von der Erde auf die Nachtseite des Mondes reflektiert wird. Je schmaler die Mondsichel von der Erde aus betrachtet erscheint, umso größer ist vom Mond aus gesehen die von der Sonne beschienene Fläche der Erde. Der Erdschein ist also umso heller, je schmaler die Mondsichel ist.

Die Helligkeit des aschgrauen Mondlichtes schwankt, abhängig von der Höhe des Mondes über dem Horizont und den Bereichen der Erde, die dem Mond zugewandt sind. Sie hängt auch von der Reinheit der Erdatmosphäre ab. Je nachdem, wie klar die Erdatmosphäre ist, hat der Erdschein einen bräunlichen bis grauen Farbton. Unter Idealbedingungen kann man innerhalb des Erdscheins bereits mit dem bloßen Auge die Hochländer und Maria des Mondes unterscheiden.

Der Erdschein ist bei zunehmendem Mond abends im Frühling, bei abnehmendem Mond morgens im Herbst am deutlichsten zu beobachten. Zu diesen Jahreszeiten steht die zu- bzw. abnehmende Mondsichel bei ausrichender Dunkelheit besonders hoch über dem Horizont.

Bei der Fotografie erscheint der Erdschein heller als mit bloßem Auge, er ist dann bis ca. vier Tage vor bzw. nach Vollmond nachweisbar. Mit Belichtungszeiten im Sekundenbereich und hohen ISO-Empfindlichkeiten kann man die Mondmeere, Strahlen von Strahlenkratern und brennweitenabhängig feinere Helligkeitsunterschiede festhalten.

Der Erdschein ist mit ruhender Kamera eindrucksvoll fotografierbar. Es werden hierfür Belichtungszeiten im Bereich von ein bis zwei Sekunden bei ISO-Empfindlichkeiten von 200 bis 400 und einer Lichtstärke vin 1:4 benötigt. Aus diesem Grund sollte die Brennweite bei ruhender Kamera nicht länger als 500 Millimeter betragen, wenn die scheinbare Bewegung des Mondes nicht zu sehr stören soll. Bei digitalen Spiegelreflexkameras mit Crop-Faktor sollte die Brennweite nicht länger als 300 Millimeter sein.

Mit 200 Millimetern Brennweite erkennt man bereits deutlich Albedostrukturen im Erdschein. Jedoch verstärkt sich durch die fast immer vorhandenen horizontnahen Dunstschichten das Hintergrundrauschen, insbesondere bei hohen Empfindlichkeiten in den dunkleren Bildpartien. Der Dunst lässt den Mond häufig leider etwas flau erscheinen. Aus diesem Grunde sollte man bei kürzeren Brennweiten zu geringeren ISO-Empfindlichkeiten greifen und stattdessen etwas länger belichten.

Das folgende Foto zeigt den Erdschein mit ruhender Kamera. Aufnahmegerät wer ein Zeiss Sonnar 4/300mm-Teleobjektiv mit Crop-Faktor 1,6. Die Belichtungszeit betrug 1,3 Sekunden bei ISO 200.

Erdschein

Beim Einsatz preiswerter Zoom-Objektive besteht durch die Überbelichtung der hellen Mondsichel die Gefahr von Reflexionen und meist grünen "Geisterbildern" der Mondsichel auf dem Foto.

Mit langen Brennweiten und elektrischer Nachführung (siehe oben) kann man hochaufgelöste Ansichten des Erdscheins gewinnen. Hierfür muss der Mond hoch über dem Horizont stehen, da ansonsten die horizontnahen Dunstschichten stören.

Weiterführende Artikel: Montierungen, Nachführung, Teleskope, Webcams

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