www.AstroPlatz.de: Himmelsbeobachtung, Astrofotografie, Einsteigertipps, aktueller Sternenhimmel
Home Astronomie Aktuelles am Himmel Sonstiges Impressum & Kontakt

Partnerseiten:

Einstieg in die Astronomie

Ein Erfahrungsbericht von Steffi Lake

Instrumente: Celestron Omni XLT 120/1000mm - Refraktor, Montierungen CG-4 und EQ-6

Der Einstieg

Jeder, der das Hobby Astronomie sein eigen nennt, wurde auf die eine oder andere Weise vorher mit dem Astrovirus infiziert. Bei mir könnte es der Komet Halley gewesen sein. Zumindest kann ich bis zu diesem Ereignis mein Interesse zurückverfolgen, womöglich habe ich jedoch schon vorher die Sternlein am Himmel mit Begeisterung betrachtet. Also an einem Abend 1986 standen wir alle vor dem Haus, schauten zum Himmel, und mein Vater meinte: "Mit etwas Glück und wenn Ihr auf Euch acht gebt, dann könntet Ihr diesen Kometen noch mal sehen!" Komisch, wie sich mir der Satz ins Gehirn gebrannt hat - doch seitdem sehe ich den nächtlichen Sternenhimmel mit anderen Augen, und mit etwas Glück werde ich im Alter von 86 Jahren Halley noch mal am gestirnten Himmel erblicken. Hoffen kann man ja!

Jahrelang (eigentlich zwei Jahrzehnte lang) lag ich einfach so unterm Sternenzelt, versuchte hier und da Objekte mit bloßem Auge zu erhaschen oder ich nahm das Fernglas meines Opas. Ein Umzug vom westfälischen Paderborn ins nordöstliche Sachsen-Anhalt brachte einen Gewinn an Himmelsqualität und das alte Hobby, welches ein wenig eingeschlafen war, wurde unter diesem prächtigen Sternenzelt wieder aktuell. Seltsam, dass ich nie auf die Idee kam mir ein Teleskop anzuschaffen - aber auch heute noch, da ich nun ein Fernrohr besitze (seit Dezember 2007), nutze ich noch immer Opas uraltes Fernglas und denke sogar darüber nach mir ein besseres anzuschaffen.

Ein Fernrohr als Weihnachtsgeschenk

Letzen Dezember also, bekam ich von meinem Mann den Celestron Omni XLT 120/1000 Refraktor geschenkt, wahrscheinlich nervte ihn das jahrelange "Komm mal raus, schau mal hier und da und Wahnsinn das und jenes!", denn gewünscht hatte ich mir keins, trotzdem eine super Überraschung und so war ich ja erst mal mit dem Teleskop beschäftigt.

Nun dauerte es gut zwei Wochen, bevor wir bemerkten, warum man nicht so wirklich gut durch das Teleskop sehen konnte. Die Linse (der Linsenflansch) war vorne schräg befestigt und so fest verkantet, dass wir den Fehler nicht beheben konnten. Ich war schon enttäuscht, denn das hätte ja irgend jemandem auffallen müssen, dass wir das nun gerade als Laien bemerkt haben… Nicht gerade zufriedenstellend. Der Tubus wurde zurück an den Händler geschickt. Anfang Februar bekam ich, ohne wenn und aber, einen neuen Tubus. Aber gut, der Tausch ging ja problemlos über die Bühne und siehe da, der neue Tubus leistet treue Dienste!

Seit dem wird fast jede klare Nacht draußen verbracht und beobachtet was das Zeug hält. Anmerken möchte ich nur, sollte ich wirklich irgendwann ein Spiegelteleskop als Zweit- (oder eher wahrscheinlich Erst-) gerät kaufen, werde ich definitiv persönlich in den Laden gehen, in Begleitung von jemandem der sich mit der Qualität von Optiken auskennt und dann wird vorab ordentlich geprüft.

Erfahrungen mit dem OMNI XLT 120/1000

Der Celestron Omni 120/1000mm - Refraktor auf der CG-4

Der Celestron Omni 120/1200mm - Refraktor auf der CG-4-Montierung. Foto: Steffi Lake

Mit meinem Refraktor bin ich äußerst zufrieden, besonders im Bereich der Mond- und Planetenbeobachtung. Jedoch weiß ich auch, dass ich eher früher als später ein weiteres Instrument dazukaufen werde, welches für die Deep-Sky-Beobachtung eher geeignet ist.

Trotzdem erkunde ich auch mit meinen ‚Refri' Deep-Sky-Objekte, und es klappt ganz gut. Zwar dauert es mit dem Aufsuchen noch ein wenig, aber fündig bin ich bisher immer geworden.

Ich kann mir vorstellen, dass sich im Laufe der Zeit mein Anspruch an die Beobachtung steigern wird, möglicherweise wird mich dann ein China-Achromat nicht mehr zufrieden stellen, zurzeit reicht mir aber mein Refraktor völlig aus - wahrscheinlich nicht der perfekte Allrounder, aber er leistet nach meiner Einschätzung schon so Einiges! Ich vermute, ich habe etwas Glück mit meinem XLT gehabt, da der blaue Farbsaum nicht besonders ausgeprägt ist.

Auf einem Teleskoptreffen haben erfahrene Beobachter die Optik geprüft und für okay befunden, was mich wiederum gefreut hat. Nur der Okularauszug war zu wackelig, was korrigiert wurde. Dazu wurde mein Sucher als viel zu klein befunden (ein großes Aufsuchfeld, sodass man nicht die Orientierung am Himmel verliert, ist schon entscheidend - gerade für einen Anfänger!), und mir wurde gezeigt, wie sich der Sucher scharf stellen lässt. Peinlich? Klingt komisch? Naja, auch einige der anwesenden, erfahrenen Beobachter, waren etwas damit überfordert, da war ich schon irgendwie erleichtert - ist schon ein komisches Scharfstellsystem!

Montierung CG-4

Eine parallaktische Montierung ohne Polsucher und Achsenmotoren oder biegsame Achsenwellen. Da muss man, wenn man halb unter dem Refraktor liegt schon ganz schön gelenkig sein.

Ich wollte einen Polsucher und Achsenmotoren. Aber ziemlich schnell stand fest, nicht für meine CG 4, denn diese stößt meiner Meinung nach mit dem Gewicht des Refraktors, Zenitspiegel und Okulare an ihre Grenzen. Das Rumgewackel hat mich wirklich sehr gestört! Die CG-4 ist vergleichbar mit der EQ-3! Für mich wäre interessant, ob andere CG-4 Besitzer ähnliche Erfahrungen gemacht haben!

Montierung EQ-6

Die EQ-6 - was für ein Brocken! Wirklich ein stolzes Gewicht - dagegen ist meine CG-4 eine Feder!!! Bevor man diese Montierung kauft, sollte man die wirklich mal gestemmt haben! Nur zum veranschaulichen. Die CG-4 Trage ich komplett, d.h. Monti, Stativ und Gewichte ohne Probleme. Bei der EQ-6 trage ich erst Stativ, dann die Monti (puh ganz schön schwer!) und dann ein Gegengewicht (reicht für den Refraktor, aber auch eine "muckibudenmäßige" Fitnessaktion!). Vielleicht kann man's sich ja nun vorstellen!

Trotzdem ich bin zufrieden, vermutlich auch, weil ich mich vorab sehr genau informiert habe und ich keine falschen Erwartungen an diese Montierung hatte bzw. habe. Der aktuelle Preis war dann das Zünglein an der Waage meiner Entscheidung - und ich bereue es nicht! Ich hatte zwar wirklich Sorge, dass sich die negative Meinung anderer bestätigen würde, bestätigt hat es sich bisher nicht! Der Unterschied CG-4 zu EQ 6 ist enorm - nichts wackelt, nicht beim Fokussieren, nicht beim Achsen verstellen und durch die Motoren muss ich mich nicht mehr verrenken, um Objekte am Himmel nachzuführen - gerade beim Zeichnen ein echter Gewinn! Der Motor läuft ruhig, ich hatte ein lauteres Summen erwartet. Einziges bisheriges Minus - eine Schraube zur Verstellung der Polhöhenwiege ist wirklich schwer zu drehen, definitiv nicht okay so!

Orientierung und Investitionen

Mein anfänglicher Vorteil lag wohl darin, dass mir die Orientierung am Sternenhimmel nicht völlig fremd ist. Naja zumindest erkenne ich die Sternenbilder der nördlichen Hemisphäre. Doch der Umgang mit der parallaktischen Montierung will geübt sein, der Blick durch einen Sucher kann auch verwirren, und überhaupt war der Umgang mit dem Teleskop ein Buch mit sieben Siegeln - anfangs zumindest. Lichtsammelvermögen, Auflösungsvermögen, welche Okulare wären eine sinnvolle Ergänzung, lohnt sich ein 2'' Okular, 2'' Zenitspiegel oder Amiciprisma, Gesichtfeld und Kartenmaßstab und, und, und...

Etliches Zubehör wurde dazugekauft und hat ein tiefes Loch in meinen Geldbeutel gebrannt, aber jede einzelne Investition hat sich gelohnt - meine absoluten Lieblinge sind der 2'' Zenitspiegel und das 40mm Übersichtsokular! Demnächst kommen noch ein 8 x 50 Sucherfernrohr (als Ersatz für meinen winzigen Chinasucher), sowie ein Telradsucher hinzu!

Ich kaufte mir noch vor Silvester das Buch: Teleskopführerschein in 3 Schritten und studierte dieses, vor allem in der Zeit in der ich nun kein Teleskop mehr hatte - war eine große Hilfe, ich kann's auf jeden Fall weiterempfehlen. Bis zum Frühjahr tauchten viele neue Fragen auf, so nahm ich noch am Einsteigerkurs bei www.astronomie.de teil. Der Vorteil hier zum Buch: jede aufkommende Frage wurde mit viel Geduld beantwortet. Ein Einsteigerkurs lohnt sich auf jeden Fall und ist sehr hilfreich, aber immer noch kein Ersatz für den persönlichen Anschluss zu anderen Sternenfreunden, die mehr Erfahrung mitbringen. Immer wird es Anfängern gepredigt, so erscheint es mir - und es ist wirklich etwas Wahres dran! Nun schließe ich mich Sternenfreunden in meiner Region an! Alleine was man in einer Nacht dazulernt - dafür gibt es keinen Ersatz! Und das Herzberger Teleskoptreffen, fast vor meiner Haustür gelegen, war super! Mir wurde so viel geholfen, Tipps und Kniffe, Geduld und Hilfsbereitschaft, andere Teleskoptypen live erleben und sich mit Sternenfreunden austauschen. "Wow" trifft es noch nicht mal annährend!

Kontakt und Copyright: Steffi Lake (www.lakes-teckel.de)

Für den Inhalt von Artikeln externer Autoren ist ausschließlich der Autor / die Autorin verantwortlich!

Version vom: 27.2.2009 | Autor: Christian Leu | Hinweis zum Drucken | Datenschutzerklärung